KURZBIOGRAPHIE

Mario Cravo Junior, geb. am 13. April 1923 in Salvador Bahia, Brasilien. In seiner Jugend widmet er sich der Zeichenkunst und interessiert sich für Astronomie.

Cravo arbeitet im Atelier des Heiligenbild-Malers Pedro Ferreira. In Rio de Janeiro absolviert er ein Praktikum bei dem Bildhauer Humberto Cozzo. Heiratet 1945 mit Lucia.

Seine erste eigene Skulpturen- und Gravurenausstellung findet 1947 im Oceania-Gebäude in Salvador statt.

Als Schüler des jugoslawischen Bildhauers Ivan Mestrovich arbeitet er ein Semester an der Siracuse University des Staates New York, USA.

Nach seiner Übersiedelung nach New York richtet Mario Cravo Jr. sein Atelier in Greenwich Village ein, wo er eine Einzelausstellung in der Norlyst Gallery hat. Während dieser Zeit freundet er sich mit dem Maestro Villa Lobos an, von dem er einen Kopf aus Bronze modelliert.

Zurück in Salvador richtet er sich 1949 in einer Bauruine seine Atelier-Werkstatt ein, die zum Ausgangspunkt der "Modernen Kunstbewegung" in Bahia wird.

Mario Cravo schliesst sich der Gruppe junger Künstler um Carlos Bastos, Genaro de Carvalho, Jenner Augusto und Rubens Valentin an. In dieser Zeit arbeitet er intensiv mit Holz, Stein und verschiedenen Metallen. Er lötet und wendet die Technik des Oxyd-Azetylen-Schweissens an.

Seine Sujets umfassen ein weites Spektrum und schliessen das Pflanzenreich ebenso ein wie Bewegungsstudien von Kampf-, Volks- und Regionaltänzen. Sein Augenmerk gilt dabei besonders den organischen Formen.

Von 1950 an hat er ein Atelier in der Avenida Garibaldi 556 im Stadtteil Rio Vermelho und widmet sich systematisch dem Studium der Popular- und Hochkultur.

1955 Preis für junge Künstler auf der ersten Biennale des Museums für Moderne Kunst in São Paulo, Brasilien. Er beendet seine Doktorarbeit und wird freier Dozent an der Hochschule für Bildende Kunst der Bundesuniversität von Bahia. Es folgen mehrere Ausstellungen seiner Werke in grossen Städten Brasiliens, darunter die erste Freiluftausstellung von Holz- und Seifensteinskulpturen in Salvador.

1958 und 1959 Ausstellung von Eisenskulpturen in Salvador und auf dem Platz der Republik in São Paulo. Zu dieser Zeit befasst sich Mario Cravo Jr. mit den Arbeiten des Bildhauers und Bergarbeiters Antonio Francisco Lisboa, genannt "O Aleijadinho", aus dem 18. Jahrhundert und mit den Keramik-Arbeiten von Frei Agostinho da Piedade aus dem 17. Jahrhundert.

1960 führt er eine Serie von Arbeiten zum Thema "Alados" ("Flügelwesen") aus und vertritt die brasilianische Skulptur auf der 30. Biennale von Venedig.

1962 Ausstellung im Museum für Moderne Kunst, Salvador/ Bahia.

Als Stipendiat der Ford Stiftung und des Berliner Senats wird Mario Cravo 1964 eingeladen, am Programm "Artists in Residence" teilzunehmen. Er reist mit seiner Familie nach Deutschland, wo er über ein Jahr in Berlin wohnt und arbeitet und an mehreren Ausstellung beteiligt ist.

Auf Einladung des North American Department bereist er ein halbes Jahr lang die USA, hält Vorträge an zwölf Universitäten und organisiert drei Einzelausstellungen.

1972 fertigt er im Auftrag der Präfektur von Salvador die "Fonte da Rampa", eine von einem Metallskelett getragenen Glasfaserskulptur. In der Folgezeit widmet er sich intensiv technischen Experimenten mit Kunstharz und gehärtetem Kunststoff.

Von 1973 bis 1980 wendet sich der Künstler wieder seinen frühen Metallarbeiten zu. Zahlreiche private und öffentliche Auftragsarbeiten schliessen sich an.

1980 Umsetzung des Projekts "Cravo 80" im Leuchtturm von Barra und Fertigung serieller Skulpturen für mehrere Bankgesellschaften, sowie einer monumentalen Skulptur für den Ölkonzern COPEC-Complexo Petroquimico de Camacari. Es folgen weitere Ausstellungen seiner Arbeiten in öffentlichen Parks von Rio de Janeiro und São Paulo sowie an der Praça da Sé in Salvador, die sich in zunehmender Weise der Beziehung seiner Skulpturen zur Architektur und Landschaftsgestaltung widmen. Gleichzeitig führt er Betonskulpturen für das Staudammprojekt "Barragem Pedra do Cavalo-Cachoeira-Bahia" und für das Denkmal für Clériston Andrade in Salvador aus.

In Zusammenarbeit mit Mario Cravo Neto ediert und publiziert er den Katalog "Cravo".

Von 1980 bis 1983 Arbeit am "Cristo Crucificado"/ "Christus am Kreuz" (15 m x 12 m) für Vitoria da Conquista, Bahia.

1986 vierte Teilnahme am Internationalen Komitee von Jerusalem und Einzelausstellung in Zürich.

1994 Gründung des "Espaço Cravo", einem Skulpturen-Park mit grossen, sich bewegende Klang-Skulpturen. Dort experimentiert Cravo mit dem Computer.

1996 Fertigstellung der grossformatigen Edelstahlskulptur für den Skulpturen-Park des Museums für Moderne Kunst/ Solar de Unhão in Salvador.

Werke von Mario Cravo Jr. sind in den folgenden Museen ausgestellt:

Fundação Raimundo Castro Maia, Rio de Janeiro
Hermitage, Leningrad
Instituto de Belas Artes, Porto Alegre
Kunstmuseum, Berlin
Museu Carlos Costa Pinto, Salvador/ Bahia
Museu de Arte de São Paulo

Museu de arte da Pampulha, Minas Gerais
Museu de Arte Moderna da Bahia
Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro
Museu de Arte Popular da Bahia
Museu do Estado da Bahia
Museum of Modern Art, Jerusalem

Museum of Modern Art, New York
Pinacoteca do Museu de Arte Contemporanea da Universidade de São Paulo
Walker Art Center, Minneapolis

55 Einzelausstellungen in Brasilien und weltweit (1944 - 1996).
76 Gruppenausstellungen in Brasilien und weltweit (1944 - 1996).